Weniger Steuern für Ehepaare!

Manche Ehepaare zahlen deutlich mehr Bundessteuern als Konkubinatspaare. Mit der Reform zur Beseitigung der Heiratsstrafe auf Bundesebene will der Bundesrat - nach vielen erfolglosen Anläufen - nun endlich die Benachteiligung von Ehepaaren eliminieren.

Der Bundesrat hat am 21. März 2018 die Botschaft zur Ehegattenbesteuerung veröffentlicht. Damit soll eine jahrzehntelange Kontroverse beendet und die verfassungswidrige Mehrbelastung der betroffenen Ehepaare aufgehoben werden.

Vom Bundesgericht mehrfach als verfassungswidrig beurteilt

Die Heiratsstrafe wurde vom Bundesgericht schon mehrmals als verfassungswidrig beurteilt. Es ist deshalb höchste Zeit, dass diese endlich beseitigt und für die Besteuerung von Ehepaaren eine akzeptable Lösung gefunden wird. Der vorliegende Gesetzesentwurf stellt u.E. ein akzeptabler Kompromissvorschlag dar und verdient deshalb Unterstützung.

Warum kommt es überhaupt zur Heiratsstrafe?

Die Heiratsstrafe entsteht, weil Verheiratete ihre Einkommen gemeinsam versteuern müssen. Die Einkommen werden addiert, womit ein Ehepaar in eine höhere Steuerprogression gerät als ein Konkubinatspaar, welches über dieselben Einkommen verfügt.

Vergleichsrechnung wird notwendig

Gemäss Botschaft müssen die Steuerämter bei Ehepaaren künftig doppelt rechnen: Einerseits sollen sie wie heute die herkömmliche Methode anwenden. Andererseits wird in einem zweiten Schritt in einem vereinfachten Verfahren berechnet, wie viele Steuern das Paar bezahlen müsste, wenn es nicht verheiratet wäre. In Rechnung gestellt wird schliesslich der tiefere Betrag.

Dieser Vorschlag geht nun zur Beratung an das Parlament. Sofern sich das Parlament einigen kann, könnte die Reform grundsätzlich 2022 in Kraft treten.

Happige Steuerausfälle als Resultat

Der Vorschlag bewirkt hohe Steuerausfälle von rd. 1.2 Milliarden Franken, wovon eine knappe Milliarde auf den Bund entfällt und der Rest auf die Kantone. Gemäss Finanzminister Ueli Maurer kann sich der Bund diese Ausfälle jedoch dank guter Finanzlage leisten – ein neues Sparprogramm wäre also nicht notwendig.

Wer war bisher diskriminiert?

Diskriminiert waren etwa die Hälfte der Ehepaare. Fast 90 Prozent betreffen Paare, die steuerbare Einkommen von über CHF 100'000 aufweisen und welche eine Minderheit von 11 Prozent der betroffenen Ehepaare ausmachen. Diese Gruppe der Doppelverdiener mit hohen Löhnen ist aber auch jene, welche durch die Heiratsstrafe heute am stärksten diskriminiert ist.

Wer wird steuerlich stärker belastet.

Die Reform bewirkt jedoch für eine spezifische Gruppe auch eine Mehrbelastung: Ledige Paare mit Kinder profitieren heute davon, dass bei ihnen ebenfalls der günstige Elterntarif zur Anwendung kommt, obwohl ihre Einkommen gar nicht addiert werden. Der Bundesrat will dies nun ändern, womit diese Paare künftig nicht mehr ungerecht bevorzugt behandelt werden und mehr Steuern bezahlen müssen.

Sonderregelung für alleinerziehende Eltern

Der Bundesrat nimmt jedoch Alleinerziehende von diesem Wechsel aus, da sie ohnehin häufig armutsgefährdet sind. Deshalb ist neu – nebst allen bereits bestehenden Steuerabzügen – auch noch ein Steuerabzug für Alleinerziehende von CHF 11'500 vorgesehen.

Wie gross sind die Chancen der Umsetzung?

Die Reform dürfte im Parlament durchaus intakte Chancen haben, weil der Druck, nach Jahrzehnten endlich eine Lösung, zu finden, gross ist. Skeptisch sind tendenziell jedoch die Kantone, weil die doppelte Berechnung bei den Steuerämtern zu einigen administrativen Mehraufwendungen und damit zu zusätzlichen Kosten führt.

Wenn Sie Fragen zur Heiratsstrafe betreffen oder irgendeinem anderen Thema der privaten Steuern haben, freut sich unser Steuerexperte Christian Lingg ihnen kompetent weiterzuhelfen.

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