Schweizer Steuer System – Neustart nach USR III Abstimmung?

Schweizer Steuer System – Neustart nach USR III Abstimmung?

Die USR 3 ist abgelehnt, aber nicht vom Tisch! Wir sind überzeugt, dass es innert nützlicher Frist eine mehrheitsfähig ausgestaltete Version 2.0 geben wird.

Rechtssicherheit ist für Unternehmen wichtig. Ebenso ist ein attraktives Steuersystem für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft im kompetitiven internationalen Umfeld unabdingbar. 

Die nächsten Schritte zu einem attraktiven Schweizer Steuersystem

Die Schweiz hat der OECD und der EU Zusagen gemacht, dass sie die heute gültigen Steuerregimes bis 2019 abschaffen werde. Der Bund und die Kantone müssen deshalb schnell handeln. Das ist Gegnern und Befürworter bewusst. Deshalb ist davon auszugehen, dass schon bald eine zweite Version der USR 3 vorliegen wird.

Grundsätzlich ist die Ausgangslage für diejenigen Kantone, die bereits heute international wettbewerbsfähig sind (und dazu gehören insbesondere die Zentralschweizer Kantone) weiterhin vorteilhaft. Sie können auch ohne steuerliche Spezialregimes im internationalen Wettbewerb mithalten.

Was ist mit bestehende Steuerrulings und Steuerregimes?

Die Steuerregimes bestehen weiterhin. Die Zusage an EU/OECD, diese abzuschaffen, ist keine verpflichtende Vereinbarung. Die Schweiz wird jedoch alles daransetzen, diese einzuhalten, damit sie nicht mit unilateralen Massnahmen von EU/OECD Ländern rechnen muss, wie diese sie gegen Länder angedroht haben, deren Steuersystem nicht OECD konform ist. Hier wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen, wie sich die Situation weiter entwickeln wird.

Steuerreform 2.0 – Patentbox JA, zinsbereinigte Gewinnsteuer NEIN

Die Neuauflage wird mit Sicherheit eine Patentbox (oder Lizenzbox) enthalten. Diese war auch bei den Gegnern nicht bestritten. Damit wird Unternehmen die Möglichkeit geboten, Erträge aus Immaterialgüterrechten (Lizenzen, Patenten etc.) gesondert auszuweisen und diese niedriger zu besteuern als andere Erträge. Man ist sich generell einig, dass dieses Instrument notwendig ist, um im internationalen Steuerwettbewerb zu bestehen.

Die zinsbereinigte Gewinnsteuer hat sich als nicht mehrheitsfähig erwiesen. Sie wird wohl in der nächsten Auflage der USR keinen Eingang finden. Eine Spezialbehandlung der Zinserträge ist somit nicht zu erwarten.

Es ist zudem davon auszugehen, dass die Entlastung der Dividendenerträge bei den Aktionären reduziert wird.

Wir empfehlen, folgende Möglichkeiten zu Steueroptimierung zu analysieren:

  • Prüfen sie ihren Steuerstandort

Je nach Ausgangslage kann ein Wechsel des Steuerdomizils in einen Tiefsteuerkanton lohnenswert sein und dementsprechend in Erwägung gezogen werden. Tiefsteuerkantone wie Zug und Luzern sind in einer guten Position und können aus eigener Kraft die Unternehmenssteuern tief halten oder weiter senken. Nidwalden kennt sogar bereits heute eine den OECD/BEPS Vorgaben angepasste Patentbox, die für 8.8 % verfügbar ist (ohne USR 3).

Schwieriger wird es für Hochsteuerkantone, wie Zürich, Genf und Basel, weil diese aus eigener Kraft keine substantielle Steuersenkung finanzieren können. Sie haben ohne USR 3 Klärungsbedarf.

  • Prüfen sie ihre bestehenden Steuerrulings

Wenn Sie über ein Steuerruling für ein spezielles Steuerregime – Holdinggesellschaft, gemischte Gesellschaft, Domizilgesellschaft – verfügen, lassen sie dieses überprüfen. Mangels Anerkennung durch OECD/EU müssen solche Steuerrulings ab 2018 international ausgetauscht werden. In den meisten Fällen sollte es dank klarer gesetzlicher Regelungen möglich sein, die Rulings ohne Konsequenzen zurückzuziehen, ohne dass die entsprechenden Vorteile verlorengehen.

  • Prüfen sie die Möglichkeit steuerneutraler Aufwertungen

In vielen Kantonen können Holding-, Domizil- und gemischte Gesellschaften ihre stillen Reserven steuerneutral aktivieren, wenn sie auf ihren Sonderstatus verzichten. Sofern substantielle stille Reserven vorhanden sind kann dadurch über einen Zeitraum von mehreren Jahren eine ähnlich tiefe Besteuerung sichergestellt werden.

  • Planen sie ihre Projekte langfristig

Ein Zuzug aus dem Ausland ist weiterhin interessant. Vom Standort her natürlich primär in einen Tiefsteuerkanton wie Zug oder Luzern. Dank dem flexiblen föderalistischen System kann der Zuzug mit der Anwendung international akzeptierter Ideen zu Steueroptimierung verbunden werden. So kann auch längerfristig eine sehr attraktive Besteuerung erzielt werden.

Für Fragen zum Schweizer Steuersystem, eine Beurteilung bestehender oder das entwickeln und aushandeln neuer Steuerrulings steht unser Steuerexperte Christian Lingg bereit.

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