Quellensteuer 2021: Das sind die wichtigsten Änderungen.

Quellensteuer 2021: Das sind die wichtigsten Änderungen.

Die Revision der Quellensteuerverordnung tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Mit der neuen Verordnung soll Rechtssicherheit für Arbeitgeber und Arbeitnehmer erhöht werden. Weiter sollen den technischen Entwicklungen und der jüngeren Rechtssprechung in diesem Bereich Rechnung getragen werden.

Ein Hauptziel dieser Gesetzesrevision war die Beseitigung von Ungleichbehandlungen zwischen quellenbesteuerten und ordentlichen besteuerten Personen. Zudem wurden die Kantone verpflichtet, die Berechnung der Quellensteuern schweizweit zu vereinheitlichen.

Wo sind die Grundlagen zu finden?

Die ESTV hat zusammen mit den Kantonen das Kreisschreiben Nr. 45 über die Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens von Arbeitnehmern ausgearbeitet (KS 45), welches am 12. Juni 2019 auf der Internetseite der ESTV publiziert wurde. Dieses Kreisschreiben legt die Regeln zur Berechnung der Quellensteuern für alle Kantone verbindlich fest.

Was ist der konkrete Zweck der Anpassungen?

Die neue Verordnung verfolgt drei Hauptziele:

Sie als Arbeitgeber mit quellensteuerpflichtigen Arbeitnehmern müssen die neuen Gesetzesgrundlagen fristgemäss umsetzen. Aus diesem Grund ist wichtig, dass Sie ihren Anpassungsbedarf und die notwendigen Änderungen kennen. Dies bildet die Grundlage für die korrekte Quellensteuerabrechnung.

Die 11 wichtigsten Neuerungen aus unserer Sicht

Es gibt natürlich eine grosse Zahl von Änderungen und Anpassungen in der Verordnung. Diejenigen, welche Sie unbedingt kennen müssen sind die folgenden:

  • Schweizweite Vereinheitlichung der Tarifcodeanwendung.
  • Neu muss mit allen zuständigen Kantonen abgerechnet werden.
  • Einheitliche Definition des quellensteuerpflichtigen Einkommens.
  • Vereinheitlichung der Quellensteuerberechnung innerhalb von Kantonen im Monats- resp. Jahresmodell.
  • Berechnungen von Lohnelementen vor dem Eintritt, während der Anstellung und nach dem Austritt sind umzudefinieren.
  • Wegfall des Tarifcode D (Nebenerwerb). Dafür muss bei mehreren Teilzeittätigkeiten eine komplexe Einkommenshochrechnung angewendet werden.
  • Die Quellensteuersatzbestimmung für den 13. Monatslohn im Monatsmodell ist neu mit der Anwendung einer Spezialberechnungsformel zu bestimmen.
  • Einheitliche Satzbestimmung für unregelmässige Stundenlöhner.
  • Die Bezugsprovision beläuft sich neu auf 1% bis 2% des gesamten Quellensteuerbetrags.
  • Die Voraussetzungen zur Einreichung einer Steuererklärung (nachträgliche ordentliche Veranlagung / NOV) wurden angepasst und erweitert. Die Möglichkeit der Tarifkorrektur fällt weg. Neu kann jede quellensteuerpflichtige Person in den nachfolgenden beschriebenen Sachverhalten bis zum 31. März des auf die Fälligkeit der Leistung folgenden Steuerjahres eine Neuberechnung der Quellensteuer beantragen:
    • Falsche Ermittlung des der Quellensteuer unterliegenden Bruttolohns
    • Falsche Ermittlung des satzbestimmenden Einkommens
    • Falsche Tarifanwendung

Im Rahmen der Neuberechnung der Quellensteuern können keine zusätzlichen Abzüge geltend gemacht werden wie z.B. die Geltendmachung einer Säule 3a-Einzahlung. Diese sind, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, im Rahmen einer NOV geltend zu machen. In der Schweiz ansässige Quellensteuerpflichtige können einmalig einen Antrag auf eine freiwillige NOV stellen, wobei zu beachten ist, dass dieser nicht mehr zurückgezogen werden kann und somit bis zum Ende der Quellensteuerpflicht gilt.

  • Prüfung von Steuerrulings -> Die Überprüfung von allfällig vorhandenen Steuerregeln zwischen Arbeitgeber und der Steuerbehörde ist im Zuge der Revision zu empfehlen. Bestehen solche Rulings, verlieren sämtliche Steuervereinbarungen, die den Neuerungen widersprechen, ihre Wirkung.

Wichtig: Rechtzeitig die Lohnbuchhaltung anpassen!

Um diesen Anpassungen Rechnung zu tragen sind verschiedene Anpassungen in Ihrer Lohnbuchhaltung unbedingt notwendig. So müssen zum Beispiel Stammdaten oder Lohnarten hinsichtlich Tarifen, Steuersatzbestimmung etc. angepasst werden.

So kommen Sie schnell voran: Informationsquellen und Formulare

Das bereits erwähnte Kreisschreiben Nr. 45 zur Quellenbesteuerung des Erwerbseinkommens von Arbeitnehmern beinhaltet alle Informationen zur Revision der Verordnung. 

Damit Sie auf dieser Basis nicht alle Unterlagen zusammensuchen müssen stellen wir Ihnen die folgenden Formulare und Übersichten zum Download zur Verfügung.

III Übersicht der Kantone mit Monatsmodell und Jahresmodell

Bei Bedarf: holen Sie sich Unterstützung!

Benötigen Sie Hilfe bei der Umsetzung der Neuerungen im Bereich Quellensteuern? Oder möchten Sie die notwendigen Anpassungen mit unseren Experten klären oder von diesen kontrollieren lassen? Dann nehmen Sie mit Martin Grüter (m.grueter@caminada.com)  Kontakt auf, er hilft Ihnen kompetent und gerne weiter.

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