MWST: neues Vorgehen bei Einfuhrsteuerbelegen (eVV)

Beim Import von Waren in die Schweiz wird an der Grenze eine Einfuhrsteuer und - je nach Ware – eine Zollabgabe erhoben. Die Einfuhrsteuer entspricht der Mehrwertsteuer und kann als Vorsteuer zurückgefordert werden.

Für die Rückforderung mussten die Firmen bisher die Originale der orangen Veranlagungsverfügungen vorweisen. Seit 1. März 2018 werden diese nur noch elektronisch ausgestellt. Originalbelege aus Papier gibt es nicht mehr.

Die Einfuhr wird papierlos

Papier ist passée! Dies gilt seit dem 1. März 2018 auch für die bei der Einfuhr von Waren ausgestellten orangen Veranlagungsverfügungen. Seither gibt es nur noch elektronische Veranlagungsverfügungen (eVV). Zudem müssen die Unternehmen selber für die Beschaffung der Belege besorgt sein.

 

Elektronischer Bezug ab 01.03.2018

Die eVV gelten als Vorsteuerbelege und müssen bei einer MWST-Kontrolle vorgelegt werden können. Fehlen diese, kann der Vorsteuerabzug nicht geltend gemacht werden. Die Unternehmen müssen sich neu selber darum kümmern, dass sie die entsprechenden eVV erhalten, resp. dass sie diese bei der Zollverwaltung elektronisch abholen.

 

Wie beschafft man die elektronischen Belege

Für den Bezug der eVV stehen drei Möglichkeiten zur Verfügung. Die Auswahl hängt davon ab, wie häufig Importe getätigt werden und wie oft die entsprechenden eVV beschafft werden müssen. In unserer Präsentation finden Sie einen Kurzüberblick zu diesem Thema.

 

Häufige Importe: Download via Web GUI

Dies erfordert eine einmalige Registrierung mittels UID-Nummer oder ZAZ-Konto bei der Eidg. Zollverwaltung. Diese Möglichkeit ist für Betriebe vorgesehen, bei denen Importe häufig vorkommen und für solche, die bereits ein ZAZ-Konto besitzen. Diejenigen Firmen, welche dafür keine eigene Software besitzen, können die eVV via Web GUI herunterladen. Das detaillierte Benutzerhandbuch der ESTV, mit Beschreibungen und Print Screens, haben wir unter Downloads für Sie bereitgestellt. 

 

Seltene Importe: Abholen der eVV mit Zugangscode

Tätigt Ihr Unternehmen nur selten Importe, können Sie auf die Registrierung verzichten und die eVV mit dem Zugangscode beziehen. Jede Zollanmeldung erhält einen eindeutigen Zugangscode. Dabei teilt der Spediteur dem Importeur die Nummer der Zollanmeldung (gleiche Nummer wie Veranlagungsverfügung) und den dazu gehörenden Zugangscode mit. Der Importeur kann die eVV dann über diese Internetseite abholen, ohne bei der ESTV registriert zu sein. Das Abholen der eVV mit Zugangscode funktioniert nur für Einzelabfragen. Auch hier haben wir das detaillierte Benutzerhandbuch für Sie zum Download bereitgestellt.

 

Regelmässige und viele Importe: Receipt-/Bordereau Service

Dabei handelt es sich um einen Webservice und E-Mail Kanal. Dieser eignet sich für Firmen mit einer grossen Anzahl an Verfügungen. Sie können so eine vollautomatische Abfrage in Ihrem System einbetten und nach Ihren Wünschen programmieren. So lassen sich die elektronischen Dokumente nach eigenen Kriterien (z. B. Zeitpunkt) automatisch beziehen. Dabei ist der Datumsrange bei der Listenabfrage auf maximal zehn Tage limitiert. Die entsprechenden Service Beschreibungen und für die Programmierung nötigen Angaben findet man auf der Webseite der eidgenössischen Zollverwaltung EZV 

 

Achtung! Beweiskraft der eVV ab 1. März 2018

Die elektronischen Veranlagungsverfügungen müssen für eine allfällige MWST-Revision elektronisch aufbewahrt werden. Und zwar im Dateiformat XML.

Wichtig: Ausgedruckte eVV verlieren jegliche Beweiskraft!

Je nach Ihrer Organisation gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Variante 1 - papierlos: Die Spediteur-/Importrechnung respektive den Avis der Oberzolldirektion scannen und zusammen mit der XML-Datei aufbewahren
  2. Variante 2 - gemischt: Die Spediteur-/Importrechnung respektive den Avis der Oberzolldirektion ablegen und die XML-Datei aufbewahren.

Wir empfehlen Variante 1.

 

Bitte beachten: Die XML-Datei muss in jedem Fall 5 Jahre verfügbar sein

Bitte bedenken Sie, dass Geschäftsunterlagen mind. 10 Jahre aufbewahrt werden müssen, die XML-Dateien für allfällige MWST-Revisionen mindestens 5 Jahre.

Unser Teamleiterin Franziska Renggli ist bei der eVV an vorderster Front dabei. Bei Fragen zum elektronischen Bezug und wie Sie damit umgehen sollen, gibt sie Ihnen gerne Auskunft.

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