MWST auf Kunstgegenständen – Revival der Margenbesteuerung!

Seit 2010 konnte auch für Kunstgegenstände der fiktive Vorsteuerabzug geltend gemacht werden. Damit konnten auch Steuern abgezogen werden, die gar nie in die Bundeskasse geflossen sind.

Kunstgegenstände wurden oft vor der Einführung der MWST hergestellt oder vom Künstler von der Steuer ausgenommen verkauft. Die wieder eingeführte Margenbesteuerung bringt dem Bund Mehreinnahmen von CHF 90 Mio.

Was gilt als Kunstgegenstand, Antiquität und Sammlerstück?

Als Kunstgegenstände gelten persönlich geschaffene Werke wie alle Arten von Bildern, Stichen, Serigrafien, Skulpturen, Textilwaren, Keramik, Emaille Kunst, Fotografien oder andere von Künstlern geschaffene Werke in begrenzter Stückzahl.

Als Antiquitäten gelten Gegenstände, die mindestens 100 Jahre alt sind, also vor 1918 erstellt werden.

Als Sammlerstücke gelten Philatelie Werte (Briefmarken, Ersttagsbriefe etc.), zoologische, botanische, mineralogische oder anatomische Stücke (von geschichtlichem, archäologischem etc. Wert), Fahrzeuge (erste Inverkehrssetzung vor mehr als 30 Jahren), Weine (mit Jahrgang oder nummerierten Flaschen) und Gegenstände aus Edelmetallen (Schmuck, Uhren etc.) die einen Sammlerwert haben.

Im Weiteren ist über solche Gegenstände ist eine Bezugs- und Verkaufskontrolle zu führen.

Fiktiver Vorsteuerabzug nicht mehr zulässig

Seit 2010 galt auch für diese Gegenstände der fiktive Vorsteuerabzug. Da jedoch davon ausgegangen werden muss, dass für diese Gegenstände nie eine Steuer in die Bundeskasse geflossen ist, ist man auf den damaligen Entscheid zurückgekommen und hat speziell für Kunstgegenstände, Antiquitäten und Sammlerstücke die Margenbesteuerung wiedereingeführt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil man dabei von jährlichen Mehreinnahmen im Umfang von CHF 90 Mio. ausgeht.

Margenbesteuerung ab 1.1.2018

Auf davon betroffenen Gegenständen muss ab 1.1.2018 beim Verkauf die Margenbesteuerung angewendet werden. Dies bedeutet, dass der Verkaufspreis im Formular unter Ziffer 200 auf zu führen ist. Der Ankaufspreis kann unter Ziffer 280 (mit dem Vermerk „Margenbesteuerung) abgezogen werden. Ist der Ankaufspreis höher als der Verkaufspreis, so kann der Verlust verrechnet werden, indem die Differenz vom steuerbaren Umsatz abgezogen wird.

Unbedingt beachten: Auf keinen Fall, darf in Verträgen, Rechnungen sowie Quittungen auf die MWST hingewiesen werden.

Ausnahmen von der Margenbesteuerung

Ausnahmen gibt es nur dann, wenn entweder beim Einkauf der Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde oder wenn bis zum 31.12.2017 der fiktive Vorsteuerabzug geltend gemacht wurde. Ohne Gegenbeweis geht die Steuerverwaltung davon aus, dass der fiktive Vorsteuerabzug gemäss dem bisher gültigen Gesetz geltend gemacht wurde.

Spezialfall: Verkauf ins Ausland

Wird ein entsprechender Gegenstand ins Ausland erfolgt, oder ist nicht auf dem gesamten Verkaufspreis die Mehrwertsteuer zu entrichten, so muss ein allfälliger bis zum 31.12.2017 geltend gemachter fiktiver Vorsteuerabzug korrigiert werden.

Weitere Informationen

Unter Downloads finden sie unser Merkblatt mit weiteren Erläuterungen und Praxisbeispielen.

Sind Sie von den Anpassungen im Bereich von Antiquitäten, Sammlerstücken und Kunstgegenständen betroffen? Falls noch offene Fragen bestehen gibt unsere MWST-Expertin Ruth Käslin gerne Auskunft und hilft Ihnen weiter.

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