Mit Geschäftsauto über Grenze

Mit dem Geschäftsauto über die Grenze – das müssen Sie wissen

Nutzen Ihre Mitarbeitenden das Geschäftsfahrzeug auch privat, gibt es einiges zu beachten. Vor allem, wenn Landesgrenzen überquert werden.

Nehmen wir an, Ihr Mitarbeiter nutzt das Geschäftsfahrzeug auch für private Fahrten. Sie sind damit einverstanden. Nun geht's in die Toscana in die Ferien. Beim Grenzübergang ist Schluss: Das Auto lautet nicht auf den Lenker. Diebstahl? Autoschieberei? Nein, eine private Fahrt mit dem Geschäftsauto. Beweis? Auf die Schnelle keinen, denn Ihr Mitarbeiter kann keine Bewilligung zur Nutzung des Fahrzeugs vorweisen. Nun wird's kompliziert und (sehr) teuer. Im schlimmsten Fall kann sogar das Fahrzeug beschlagnahmt werden. Das muss nicht sein, wenn Sie folgende Punkte kennen:

Wer darf mit dem Geschäftsfahrzeug ins Ausland reisen?

Fahren Ihre Mitarbeitenden mit dem Geschäftsauto über die Grenze, brauchts eine Bewilligung bzw. eine Bestätigung des Besitzers. Denn der Fahrer ist in diesem Fall nicht auch der eingetragene Besitzer des Autos. Je nach Reiseland müssen Sie diese Bewilligung sogar beglaubigen lassen. Zum Beispiel wenn die Grenze nach Italien überquert wird.

Der TCS bietet auf seiner Website ein Bewilligungsformular zum Herunterladen an. Geben Sie dieses Ihrem Mitarbeitenden korrekt ausgefüllt mit auf die Fahrt.

Was gehört ins Handschuhfach?

Unsere Empfehlung: Um unliebsame Überraschungen und Bussen zu vermeiden sollten bei allen Fahrten ins Ausland immer folgende Dokumente mitgeführt werden:

  • Beglaubigte Bewilligung des Fahrzeughalters (in diesem Fall des Arbeitgebers)
  • Führerausweis
  • Fahrzeugausweis
  • Grüne Versicherungskarte (Wie ist die Deckung der Autoversicherung im Ausland?)

Übrigens:

  • Am Heck des Fahrzeugs muss der CH-Kleber gut sichtbar (und in der richtigen Grösse) befestigt sein.
  • Und wenn ein Fahrrad hinten am Auto transportiert wird, dann ist in Italien und Spanien die rot-weisse Warntafel ebenfalls Pflicht.

Wer darf das Fahrzeug im Ausland lenken?

Ihr Mitarbeiter hat es mit grossem administrativem Aufwand über die Grenze geschafft. In der Toscana besucht er Freunde und trinkt auf den Zoll-Frust ein Glas Rotwein. Fahren will er jetzt nicht mehr. Der in Italien wohnhafte Freund hat nichts getrunken und setzt sich ans Steuer. Das nächste Problem rollt Vollgas an: Fahrzeuge dürfen im Ausland nur von Personen gefahren werden, die im gleichen Land wohnen wie das Fahrzeug immatrikuliert ist. In diesem Fall ist das die Schweiz. Gemäss TCS ist Italien, was die zollrechtlichen Einschränkungen belangt, sehr streng: Die Geldbusse liegt zwischen 712 und 2848 Euro und das Fahrzeug wird beschlagnahmt. Legal wäre die Fahrt einzig dann, wenn das Auto in Italien (zusätzlich) verzollt und versteuert geworden wäre.

Das ist in allen Ländern der Fall, auch in der Schweiz. Beispiel: Sie wohnen in der Schweiz. Ihre Freunde aus Deutschland besuchen Sie mit dem in Deutschland immatrikulierten Fahrzeug. Sie dürfen das Fahrzeug in der Schweiz nicht steuern. Denn das Fahrzeug ist in der Schweiz weder verzollt noch versteuert. Es darf darum nur von NICHT in der Schweiz wohnhaften Personen gefahren werden. Die Staatsbürgerschaft ist hier nicht relevant.