Liquiditätsplanung und -steuerung sind überlebenswichtig!

Die finanzielle Steuerung von Unternehmen beinhaltetet viele Herausforderungen, die von der Liquiditätsplanung über das Führen der Buchhaltung bis hin zur Ergebnisbeurteilung reichen.

Die richtigen Daten und Informationen aus der Buchhaltung müssen gezielt aufbereitet werden, damit daraus die richtigen Schlüsse für Planung der Liquidität gezogen werden können.

Liquidität – das Rückgrat des Unternehmens

Das KMU-Portal des Bundes identifiziert Liquiditätsengpässe als häufigste Konkursursache bei KMU. Bei neun von zehn KMU die Konkurs gehen ist der Grund mangelnde Liquidität. Dies zeigt klar, dass nicht die Buchhaltung, Bilanz und Erfolgsrechnung entscheidend sind, sondern die Planung und Steuerung der Liquidität.

 

Konzentration auf die falschen Ergebnisse

Oft wird vor allem der Erfolgsrechnung zu viel Aufmerksamkeit geschenkt. Klar ist es toll, wenn man hohe Umsätze erzielt und grosse Gewinne winken. Das allein heisst aber noch lange nicht, dass jeweils genügend Liquidität vorhanden ist um die Löhne, Sozialversicherungen, Mehrwertsteuern und alle übrigen Aufwendungen zu bezahlen.

Denn Gewinn ist nicht gleich Liquidität und in den meisten Fällen entwickeln sich diese nicht parallel. Denn der gewinnbringende Umsatz wird meist erst mit Verzögerung zum Liquiditätszufluss.

 

Fakturierung und Debitorenüberwachung sind wichtig

Ausgeführte Lieferungen und erbrachte Leistungen müssen zeitnah fakturiert werden, da nebst der Zeit, die bis zur Rechnungsstellung vergeht auch noch das vereinbarte Zahlungsziel den Zufluss von Liquidität verzögert. Derweil sind aber die laufenden Kosten (Löhne, Warenlieferung etc.) laufend zu bezahlen. Hat man die Debitoren und die Verrechnung der Lieferungen und Leistungen nicht im Griff, so kann sich hier sehr schnell eine grosse – und unangenehme – Schere öffnen.

 

Was der Liquiditätsplan zeigt

Auf der einen Seite zeigt der Liquiditätsplan, welche Abflüsse von Liquidität wann erfolgen. Oftmals sind die Abflüsse quasi vorgegeben und besser planbar, da es sich vielfach um fixe monatliche Beträge handelt (Mieten, Löhne etc.). Die Zuflüsse hingegen sind von den oben genannten Faktoren abhängig und können zudem durch Zahlungsmoral und Zahlungsschwierigkeiten von Kunden noch weiter verzögert werden. Der Plan zeigt somit, wann wieviel Liquidität benötigt wird und ob dies mit den geplanten Zuflüssen übereinstimmt, respektive von diesen abgedeckt werden kann.

 

Geldzu- und Geldabfluss stimmen nicht überein. Was nun?

Zeigt die Planung, dass es zu einem Engpass kommt oder kommen könnte, müssen konkrete Massnahmen ergriffen werden um dies zu verhindern. Diese können in drei Richtungen zielen:

  1. Den Geldzufluss beschleunigen
  2. Den Geldabfluss verlangsamen
  3. Neue Liquidität beschaffen

 

Massnahmen und Instrumente um schneller zu seinem Geld zu kommen

Die wirksamsten Massnahmen liegen oft in den eigenen Prozessen. So kann man die Rechnungsstellung beschleunigen. Stellt man Rechnungen wenige Tage nach der Leistungserbringung aus, statt nach 30 oder 40 Tagen, kommt das Geld schneller aufs Konto. Den gleichen Effekt haben kürzere Zahlungsfristen. In diesem Zusammenhang spielt auch eine gute Debitorenbuchhaltung und die Bewirtschaftung der offenen Forderungen eine grosse Rolle. Straffes Mahnwesen, schriftlich und telefonisch sind zwar unangenehm, wirken aber oft Wunder, wenn es darum geht, Mittel in die Kasse zu bringen. Ein weiteres Instrument sind An- oder Akontozahlungen, die man ab einer gewissen Auftragsgrösse oder bei Neukunden, die deren Zahlungsmoral man noch nicht kennt einfordert, bevor man liefert. Auch externes Forderungsmanagement und Factoring können helfen, schneller ans Geld zu kommen.

 

Massnahmen und Instrumente um den Geldabfluss zu verlangsamen

Am wirksamsten und für den Betrieb am wenigsten risikoreich ist das Aushandeln von längeren Zahlungsfristen, der Straffung des Produktionsprozesses und der Senkung der Lagerbestände. Reicht dies nicht aus, so muss unter Umständen auf mit mehr Risiko behaftete Massnahmen wie das Hinauszögern von Unterhaltsarbeiten oder nicht dringenden Anschaffungen und auf Leasing statt Kauf ausgewichen werden.

 

Massnahmen um neue Liquidität zu beschaffen

Hier ist zuerst zu prüfen, ob alle Betriebsmittel noch benötigt werden. Wenn nicht, kann man Maschinen oder Anlagen, die man nicht mehr braucht verkaufen um neue Mittel zu beschaffen. Unter gewissen Umständen kann auch «Sale and Lease back» ein probates Mittel sein.

Sofern möglich, kann man langfristige Schulden erhöhen oder Fremd- und/oder Eigenmittel bei den Aktionären beschaffen.

Sind privat nicht benötigte Mittel vorhanden können diese zur Überbrückung von Engpässen als Darlehen in die Firma eingeschossen oder stattdessen die die Bezüge aus der Firma reduziert oder vorübergehend gestoppt werden.

 

Vorsichtige Planung und Früherkennung sind entscheidend

Die Liquidität plant man vorsichtig. Nur sichere Geldeingänge sollten in den Plan einfliessen. Dies vor allem deshalb, weil die Geldabflüsse klarer definiert sind. Wenn man dies so handhabt werden allfällige Engpässe im Voraus sichtbar und man kann frühzeitig die notwendigen Massnahmen definieren und ergreifen um Ab- und Zuflüsse wieder ins Lot zu bringen.

Die Liquiditätsplanung für Ihre Firma muss einfach, schnell und passend gestaltet sein. Holger Wanke gibt gerne Auskunft oder hilft Ihnen bei der Gestaltung.

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