Kurzarbeit

Kurzarbeit: Das müssen Sie als Arbeitgeber wissen

Für Firmen in der Schweiz, insbesondere für KMU, verursacht das Coronavirus massive Einschränkungen. Der Betrieb muss reduziert oder sogar eingestellt werden. Mit Kurzarbeit können jedoch Arbeitsplätze auch während dieser Zeit erhalten bleiben. Wir zeigen auf, was Kurzarbeit ist und worauf Sie als Arbeitgeber achten müssen. 

Zum Thema Kurzarbeit (inkl. Vorgehen für Selbständigerwerbende sowie vielen nützlichen Dokumenten und Links) gibt es einen aktuelleren Blogartikel.

 

Die ausserordentliche Lage, welche der Bundesrat in Bezug auf das Coronavirus ausgerufen hat, zwingt viele Firmen zur Kurzarbeit. Damit diese bewilligt wird, muss der Arbeitsausfall in einem engen Zusammenhang mit dem Auftreten des Virus stehen. Für die Kurzarbeitsentschädigung können im Fonds der Arbeitslosenversicherung aktuell bis 8 Milliarden Franken beansprucht werden.

Was ist Kurzarbeit?

Kurzarbeit ist dafür da, in Krisenzeiten Arbeitsplätze zu erhalten. Aktuell ist das Coronavirus Grund für viele Kurzarbeitsanträge. Unternehmerinnen und Unternehmer können mit Hilfe der Kurzarbeitsentschädigung die Arbeitszeiten der Mitarbeitenden reduzieren oder ganz einstellen und müssen die Mitarbeitenden so nicht entlassen.

Welche Ihrer Mitarbeitenden haben Anspruch auf Kurzarbeitsentschädigung, welche nicht?

Als Arbeitgeber können Sie für jene Arbeitnehmenden einen Anspruch geltend machen, welche in einem ungekündigten Arbeitsverhältnis stehen und das AHV-Rentenalter noch nicht erreicht haben.
 

Folgende Personengruppen haben keinen Anspruch auf Entschädigung:

  • Mitarbeitende in einem gekündigten Arbeitsverhältnis
  • Mitarbeitende, welche auf Abruf beschäftigt sind
  • Temporär angestellte Mitarbeitende
  • Personen mit befristetem Arbeitsverhältnis
    • Der Bundesrat hat das SECO beauftragt, bis zum 20. März eine Ausweitung des Anspruchs auf Kurzarbeitsentschädigung auf Arbeitnehmende mit befristeten (nicht kündbaren) Arbeitsverhältnissen und Arbeitnehmende in Temporärarbeit zu prüfen. Eine solche Ausweitung setzt eine Gesetzesanpassung voraus.
  • Auszubildende
    • Auszubildende haben keinen Anspruch auf die Entschädigung, weil die Lehre erstens befristet ist. Zweitens hat das Lehrverhältnis Ausbildungscharakter. Das heisst, Arbeitgebende müssen auch während der Kurzarbeit dafür sorgen, dass Auszubildende ihre Ausbildung fortführen können. Den Lohn erhalten Auszubildende auch während der Kurzarbeit zu 100 % vom Arbeitgeber.
  • Personen in einer arbeitgeberähnlichen Funktion wie zum Beispiel Geschäftsführer
  • Ehegatte / Ehegattin / eingetragener Partner / Partnerin des Arbeitgebers

Wie und wann wird der Lohn nach Beantragung der Kurzarbeitsentschädigung ausbezahlt?

Die Mitarbeitenden erhalten eine Kurzarbeitsentschädigung von 80 % des wegfallenden Lohnes. Der maximal versicherte Lohn beträgt 148'200 Franken pro Jahr, das sind 12'350 Franken pro Monat (Stand 2020).

Die Kurzarbeitsentschädigung wird dem Arbeitgeber nach der Karenzzeit ausbezahlt. Wichtig: Aufgrund des Coronavirus hat der Bundesrat die Karenzfrist für die Kurzarbeit ab sofort bis zum 30. September 2020 auf einen Tag reduziert. Firmen haben dadurch nur den Arbeitsausfall von einem Tag selbständig zu tragen, bevor ihnen die Unterstützung der Arbeitslosenversicherung zusteht.

Die ALV vergütet bei der Kurzarbeitsentschädigung auch den Arbeitgeberbeitrag an die AHV/IV/EO/ALV. Der Arbeitgeberanteil an die AHV/IV/EO/ALV beträgt 6.375 %.

Wie muss die Kurzarbeit beantragt werden?

Sie als Arbeitgeber müssen die Voranmeldungen von Kurzarbeit bei der kantonalen Amtsstelle (KAST) im Kanton des Unternehmenssitzes einreichen. Die Voranmeldung müssen Sie mindestens 3 Kalendertage vor Beginn der beabsichtigten Inanspruchnahme der Entschädigung einreichen.

  • Für die Beantragung müssen Sie das Formular Voranmeldung für Kurzarbeit ausfüllen.
  • Verwenden Sie für die Beantwortung der Fragen 9 bis 12 ein separates Blatt. Sie müssen dabei nur folgende Fragen beantworten:
    • 9 a) Tätigkeitsgebiet Ihrer Firma
    • 10 b) Monatliche Umsätze / Honorarsummen in den letzten 2 Jahren
    • 11 a) Begründung für die Kurzarbeit (Zusammenhang zwischen den Arbeitsausfällen in Ihrem Betrieb und dem Auftreten des Coronavirus)
    • 11 c) Wurden Auftragstermine verschoben, wenn ja, warum? Art und Umfang der verschobenen Aufträge

Gemäss den vom Bundesrat beschlossenen Erleichterungen müssen Sie für die Voranmeldung das Formular «Zustimmung zur Kurzarbeit» nicht einreichen. Im Kanton Zug zum Beispiel müssen Sie als Arbeitgeber aber eine schriftliche Bestätigung beilegen, dass alle Mitarbeitenden mit der Einführung der Kurzarbeit einverstanden sind. Je nach Kanton benötigt es auch keine Kopie des aktuellen Handelsregisterauszugs. Im Kanton Zug wird die Kopie verlangt. Die genauen Infos zum jeweiligen Kanton finden Sie beim jeweiligen kantonalen Amt für Wirtschaft und Arbeit.

Wir unterstützen Sie gerne

Benötigen Sie Hilfe beim Ausfüllen der Antragsformulare oder haben Sie weitere Fragen zur Kurzarbeit? Dann nehmen Sie mit uns in Zug oder Luzern Kontakt auf – wir unterstützen Sie rasch und unkompliziert.

 

Nützliche Links / Quellen:

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