FABI - Geschäftswagen; Erste Umsetzungserfahrungen

Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat im Juli 2016 für die Umsetzung von FABI eine Mitteilung mit Pauschalsätzen publiziert. Wir zeigen, wie die praktische Umsetzung aussieht.

Im Akzente 77 haben wir anhand von Beispielen aufgezeigt, wie Unternehmen mit den Pauschalsätzen umgehen könnten. Dies vertiefen wir mit Anwendungsbeispielen aus der Praxis.

 

Die Ausgangslage

Ein Geschäftswagen stellt für den Arbeitnehmer einen geldwerten Vorteil dar, den er ab 2016 – bezogen auf seinen Arbeitsweg – versteuern muss, sofern der Vorteil mehr als CHF 3'000 ausmacht.

Es gibt nun 2 Möglichkeiten, den Anteil Aussendienst zu erheben respektive zu dokumentieren: Die pauschale und die effektive Methode. Bei der pauschalen Methode erfolgt die Deklaration mittels einem Prozentsatz gemäss Mitteilung ESTV, bei der effektiven Methode muss der Inhaber des Geschäftswagens laufend Aufzeichnungen erstellen (Fahrtenbuch).

Im Grundsatz führt dies in allen Fällen, in denen der Arbeitsweg 10 km pro Tag übersteigt, zu höheren Steuern beim Arbeitnehmer

 

Achtung: Der Lohnausweis ist eine Urkunde!

Der Arbeitgeber muss auf dem Lohnausweis unter Ziffer 15 gemäss der Wegleitung den Prozentsatz «Aussendienst» aufführen, wenn er dem Arbeitnehmer ein Geschäftsfahrzeug zur Verfügung stellt. Wenn der Arbeitgeber «Aussendienst» auf dem Lohnausweis bestätigt, wird der entsprechende Anteil Arbeitsweg nicht oder allenfalls reduziert als geldwerter Vorteil besteuert. Da es sich beim Lohnausweis um eine Urkunde handelt und ein falscher Lohnausweis eine Urkundenfälschung darstellt müssen die Angaben jedoch sorgfältig und wahrheitsgetreu erfolgen.

 

Wichtig: Effektiv oder pauschal nicht vergessen

Damit die Steuerverwaltung erkennen kann, nach welcher Methode abgerechnet wurde muss dies bei Ziffer 15 des Lohnausweises vermerkt sein. Dies auch dann, wenn der Vermerk «Anteil Aussendienst XX% angebracht wird.

 

Pauschal gemäss Funktions-/Berufsgruppenliste

Wird pauschal deklariert bei Ziffer 15, so sollte der Vermerk lauten: «Anteil Aussendienst XX% pauschal gemäss Funktions-/Berufsgruppenliste».

Allerdings ist oft nicht so klar, welche Berufsgruppe zur Anwendungen kommen sollte. Dementsprechend sind Präzisierungen notwendig und sinnvoll. Klar ist es bei Monteuren, die fast immer bei Kunden unterwegs sind. Aber bei Firmen, die nur am Rande zum Baugewerbe zählen tun Präzisierungen Not.

Zudem kann die Methode entweder für alle betroffenen Beschäftigten gleichermassen oder individuell angewendet werden. Deshalb resultiert eine klare Vereinfachung, wenn die Pauschalansätze, welche die ESTV im der Mitteilung vorgibt, mit dem entsprechenden Vermerk angewendet werden.

Beispiel: «Anteil Aussendienst 100 % pauschal, gemäss Funktions-/Berufsgruppenliste: Baugewerbe, Monteure»

 

Aussendienst nicht gleich Aussendienst!

Als Aussendienst im landläufigen Sinne verstehen wir, wenn ein Mitarbeitender regelmässig Kunden besucht oder überwiegend ausserhalb der Räumlichkeiten des Unternehmens tätig ist.

Für FABI jedoch ist nur die Strecke zwischen Wohn- und Arbeitsort entscheidend!

Dies bedeutet, dass ein Aussendienstmitarbeiter keine «Aussendienste» ausführen kann, wenn er jeden Morgen zuerst vom Wohn- zum Arbeitsort fährt, bevor er Kunden besucht. Dasselbe gilt, wenn er immer am Abend zuerst zum Arbeitsort zurückkehrt, bevor er nach Hause fährt.

Die beiden Definitionen sind in vielen Unternehmen noch unklar und werden oft verwechselt. Wir empfehlen deshalb zu klären ob der im Unternehmen vorliegenden Aussendienst auch wirklich als Aussendienst im Sinne von FABI qualifiziert, bevor das Unternehmen den Aussendienstanteil festlegt.

 

Eigene Berechnung zur pauschalen Ermittlung macht wenig Sinn

Wenn ein Unternehmen, weil ihm keiner der vorgegebenen Pauschalsätze korrekt oder zutreffend erscheint, anhand eigener Berechnungen einen solchen Pauschalsatz ermitteln will, wird es schwierig. Gemäss ESTV kann man grundsätzlich nicht mit einer Genehmigung solcher selbst gewählter und ermittelter Pauschalsätze rechnen.

Versuchen kann man es auf gut Glück trotzdem. Es kann sein, dass die Kantone den Pauschalsatz akzeptieren, wenn dieser nicht offensichtlich missbräuchlich erscheint oder dass sie das Unternehmen auffordern die Methode der genauen Ermittlung während 3 Monate anwenden um den Satz zu verifizieren.

Aus unserer Sicht lohnt sich dieses Vorgehen nicht.

 

Die bisher bekannten Vorgaben der Kantone:

Da die Kanton eigene Steuerautorität haben kommt ein grosses Spektrum verschiedener Abzüge von CHF 3'000 bis hin zu unbegrenzt zur Anwendung.

FABI - Geschäftswagen; Erste Umsetzungserfahrungen

Quelle: 20 Minuten vom 13. Oktober 2016

 

Pauschale Ermittlung ist die einfachste Methode

Unsere Feststellung im Akzente 77, dass die pauschale Ermittlung mit Abstand die einfachste Methode darstellt hat sich erhärtet. Sie lässt sich am einfachsten anwenden und führt zu den besten Ergebnissen. Eine Plausibilisierung der angewendeten Pauschale muss aber in jedem Fall vorgenommen werden, da man mit dem Lohnausweis eine Urkunde ausstellt – und diese muss richtig ausgestellt sein!

Wir haben Erfahrung mit FABI. Wenn Sie Hilfe oder Unterstützung brauchen: Setzen Sie sich mit unserem FABI-Experten Heinz Klauz in Verbindung.

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