Einlageentsteuerung

Einlageentsteuerung: MWST im Nachhinein abziehbar

Mit der MWST-Teilrevision, welche seit dem 1.1.2018 anzuwenden ist, ist eine Einlageentsteuerung auf dem Zeitwert auch auf nicht weiterverkaufte Gegenstände möglich. Am Beispiel des Kaufes eines Geschäftsfahrzeug zeigen wir Ihnen, was für eine Einlageentsteuerung bei fiktiver Vorsteuer beachtet werden muss.

Mit der Mehrwertsteuer-Teilrevision per 1. Januar 2018 wurden die Abzugsmöglichkeiten fiktiver Vorsteuern ausgeweitet. Wussten Sie, dass Sie in vielen Fällen eine Einlageentsteuerung, das heisst eine spätere Entstehung des Anspruchs auf einen Vorsteuerabzug, geltend machen können? Wir zeigen Ihnen, was es dabei gemäss Art. 28a MWSTG zu beachten gibt:

Voraussetzungen für die Einlageentsteuerung

  • Sie haben einen individualisierbaren, beweglichen Gegenstand (zum Beispiel ein Fahrzeug) gekauft.

  • Beim Kauf des Gegenstands wurde keine MWST offen ausgewiesen.

  • Den Gegenstand verwenden Sie ausschliesslich für unternehmerische Zwecke.

  • Das erste Jahr (ganzes Kalenderjahr) muss voll zu 20% abgeschrieben werden.

  • Weitere volle Jahre müssen mit 20% abgeschrieben werden.
     

Rechenbeispiel

Nehmen wir an, Sie haben am 30.6.2017 ein Geschäftsfahrzeug von einer privaten Person (nicht MWST-pflichtig) für CHF 28’000 gekauft. Das Fahrzeug nutzen Sie ausschliesslich für unternehmerische Zwecke.

Nach 20%-Abschreibung im ersten Jahr (2017) auf das ganze Jahr gerechnet, beträgt der Zeitwert des Fahrzeuges am 1.1.2018 CHF 22'400

Die Einlageentsteuerung wird nun von diesem Zeitwert des Fahrzeuges am 1.1.2018 berechnet. Weil die MWST zum Kaufzeitpunkt 8% betrug, wird die Berechnung mit diesem Mehrwertsteuersatz gemacht:

Einlageentsteuerung per 1.1.2018

CHF 22'400 x 8 = CHF 1'659.25

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Die Einlageentsteuerung von CHF 1'659.25 können Sie nun in der MWST-Abrechnung des vierten Quartals 2018 oder in der Finalisierung der MWST-Abrechnung 2018 berücksichtigen.

Haben Sie weitere Fragen zu der Einlageentsteuerung bei fiktiver Vorsteuer? Dann hilft Ihnen unsere MWST-Expertin Ruth Käslin gerne weiter. 

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