Abschreibungen Buchhaltung

Abschreibungen – ein wichtiges Element der Buchhaltung

Anlagegüter, welche über mehrere Jahre genutzt werden, werden in der Buchhaltung unter Anlagevermögen zum Anschaffungswert erfasst. Mit der Zeit und der Nutzung vermindert sich dieser Wert.

Anlagegüter wie zum Beispiel Maschinen, Fahrzeuge oder Mobiliar verlieren durch die Nutzung an Wert. Mit den Abschreibungen wird jährlich und mit System der Wert der Anlagegüter dem effektiv noch vorhandenen Wert angepasst.

Durch die Verbuchung des Abschreibungsaufwandes werden die Anschaffungskosten anteilsmässig jenen Rechnungsperioden belastet, in denen sich die Sachgüter entwertet haben.

Welche Arten und Gründe von Wertabnahme gibt es?

Eine Wertabnahme kann aus unterschiedlichen Gründen eintreten:

  • natürliche Ursachen: Verschleiss, Abnutzung, Zerfall
  • wirtschaftliche Ursachen: Wettbewerb
  • technologischer Fortschritt
  • rechtliche Gründe: eingetragenes Patent hat nur eine begrenzte Laufzeit
  • usw.

Die Aktivierung der Sachanlagen in der Buchhaltung darf höchstens zum Anschaffungswert oder den Herstellungskosten erfolgen. Auf diesem Wert werden danach die ordentlichen Abschreibungen vorgenommen.

Es wird zwischen planmässiger und ausserplanmässiger Wertabnahme unterschieden:

Planmässige Wertabnahme

Bei abnutzbarem Anlagevermögen ist die Wertminderung in der Regel vorhersehbar oder planmässig. Das sind zum Beispiel die Abnutzung durch Gebrauch oder witterungsbedingte Wertminderungen. In solch einem Fall wird von einer planmässigen Abschreibung gesprochen. In einem Abschreibungsplan werden die Herstellungs- oder Anschaffungskosten, die voraussichtliche Nutzungsdauer und die Abschreibungsmethode festgehalten.

Ausserplanmässige Wertabnahme

Bei Wertminderung aufgrund von Naturkatastrophen, versteckten Mängeln, Unfällen oder anderen unvorhersehbaren Problemen handelt es sich um eine ausserplanmässige Wertminderung.

Ausserplanmässige Wertminderungen sind im Abschreibungsplan nicht enthalten. Daher ist in solch einem Fall eine ausserplanmässige Abschreibung (Impairment) nötig. Der neue verminderte Wert des Gegenstands dient nun als Basis für die Berechnung der neuen Abschreibungsbeträge im Abschreibungsplan.

Welche Abschreibungsmethoden (Abschreibungsplan) gibt es?

Geschäftsmässig begründete Abschreibungen auf Geschäftsvermögen gelten als abzugsfähige Wertverluste und werden als Betriebsausgaben verbucht. Dadurch sinkt der Gewinn und die Steuerlast kann vermindert werden. Nicht geschäftsmässig begründete Abschreibungen werden von den Steuerbehörden aufgerechnet.

Diese Abschreibungen können auf zwei verschiedene Arten vorgenommen werden. Linear oder degressiv. Beide Methoden sind im Rechnungswesen weit verbreitet.

Lineare Abschreibung

Bei der linearen Methode wird das Anlagegut gleichmässig über seine angenommene Lebens-/Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Abschreibung erfolgt dabei immer vom Anschaffungswert.

Die lineare Abschreibung ist die gebräuchlichste und einfachste Abschreibungsmethode. Sie ist auf alle beweglichen und unbeweglichen Wirtschaftsgüter anwendbar. (Ausnahme: auf dem Wert des Landes werden grundsätzlich keine Abschreibungen gewährt.)

Für die lineare Abschreibung darf der halbe normale Abschreibungssatzes gemäss eidgenössischer Steuerverwaltung verwendet werden (ESTV Abschreibungstabelle). Die Abschreibungstabelle gibt zum Beispiel bei Fahrzeugen 40 Prozent des Buchwertes an (degressive Abschreibungsmethode). Hier wird statt mit 40 nur mit 20 Prozent gerechnet. Bei den linearen Abschreibungen wird jedes Jahr der gleiche Betrag abgeschrieben. Bei 20 Prozent schreibt man demnach fünf Jahre lang denselben Betrag ab.

Beispiel: Kauf eines Fahrzeugs für 50'000 Franken. Das Fahrzeug wird voraussichtlich 5 Jahre genutzt. (Abschreibungsbetrag: 50'000*20% = 10'000 Franken)

Degressive Abschreibung

Bei der degressiven Methode werden zu Beginn der Lebensdauer höhere Abschreibungen gemacht. Diese nehmen jährlich ab, weil in den Folgejahren jeweils nur vom Restwert abgeschrieben wird.

Bei der degressiven Abschreibung wird mit dem vollen Prozentsatz aus der ESTV Abschreibungstabelle abgeschrieben. Derer Abschreibungssatz ist somit doppelt so hoch wie bei der linearen Methode. Allerdings wird die Abschreibung jedes Jahr auf dem noch in den Aktiven vorhandenen Restwert des Anlagegutes vorgenommen. Insgesamt ergibt sich somit ein anderer Verlauf, indem zu Beginn der Lebensdauer des Anlagegutes viel und dann jedes Jahr weniger abgeschrieben wird.

Beispiel: Kauf eines Fahrzeugs für 50'000 Franken. Das Fahrzeug wird voraussichtlich 5 Jahre genutzt. (Abschreibungsbetrag: 50'000*40% = 20'000 Franken)

Wie werden die Abschreibungen verbucht?

Verschiedene Methoden führen zu unterschiedlicher Aussagekraft.

Im Rechnungswesen gibt es zwei Methoden, welche einen direkten Einfluss auf die Darstellung und Transparenz in der Jahresrechnung haben. Das sind die direkte und die indirekte Abschreibungsmethode.

Direkte Abschreibung

Bei der direkten Abschreibungsmethode wird die Wertminderung vom Buchwert berechnet und direkt auf das Sachanlagekonto gebucht. Der Anschaffungswert ist somit nicht mehr in der Bilanz direkt ersichtlich, lediglich der Buchwert.

  • Buchungssatz: Abschreibungen Fahrzeuge (Aufwandkonto) / Fahrzeuge

Diese Verbuchungstechnik ist in der Praxis beliebt, da sie einfach ist.

Indirekte Abschreibung

Die Wertverminderung wird bei der indirekten Abschreibungsmethode vom Anschaffungswert berechnet und auf einem Wertberichtigungskonto (Minus-Aktivkonto) erfasst. Der Anschaffungswert sowie die kumulierten Abschreibungsbeträge (Wertberichtigung) bleiben somit in der Bilanz ersichtlich.

  • Buchungssatz: Abschreibungen Fahrzeuge (Aufwand) / Wertberichtigung Fahrzeuge (Minus-Aktiv)

Die Indirekte Abschreibungsmethode ist komplizierter als die direkte, dafür vermittelt sie mehr Informationen (Buchwert, Anschaffungswert, kumulierte Abschreibungen).

Alternative bei sehr gutem Geschäftsverlauf: Sofortabschreibung

In den Kantonen Zug und Luzern (sowie diversen anderen Kantonen) ist auf beweglichen Gegenständen des betrieblichen Anlagevermögens eine Sofortabschreibung möglich.

Eine Sofortabschreibung kann nur im Anschaffungsjahr vorgenommen werden. Sie ist auf einem separaten Konto zu verbuchen und in der Steuererklärung separat auszuweisen. Die Sofortabschreibung hat vollständig auf den Bilanzwert von CHF 1.00 (pro memoria) zu erfolgen.

Wann beginnt die Abschreibung und wann endet sie?

Beginn der Abschreibung

Die Abschreibung beginnt mit dem Tag des Kaufs oder der Lieferung und nicht mit dem Tag der Nutzung. Weiterhin ist zu beachten, dass normalerweise auf den Monat genau gerechnet wird.

Ende der Abschreibung

Abgeschrieben wird solange, bis der Gebrauch der Anlage eingestellt wird oder sie keinen Buchwert mehr hat. Üblicherweise folgt dann Verkauf, Verlust oder Verschrottung. Anlagen deren Buchwert bei 0 liegt, können bei gutem Zustand trotzdem weiter benutzt werden.

Wir empfehlen die lineare Abschreibung kombiniert mit der indirekten Methode. Dies kommt dem effektiven Wertverzehr am nächsten. Bei Fragen zu den Abschreibungen wenden sie sich an Andreas Okle.