Der Anhang unter dem OR-Rechnungslegungsrecht

Der Anhang unter dem OR-Rechnungslegungsrecht

Wissen Sie, was alles im Anhang Ihrer Jahresrechnung zu deklarieren ist? Wir geben Auskunft zu den verlangten Informationen und Zusätzen.

Mit den Bestimmungen des neuen Rechnungslegungsrechts wird die Bedeutung des Anhangs erhöht, weshalb dieser Artikel noch einmal detaillierter auf die Bestimmungen des Obligationenrechts zur Erstellung des Anhangs eingeht.

Grundsätzlich gliedert sich der Anhang nach dem neuen Rechnungslegungsrecht wie folgt:

Angaben zu den angewendeten Grundsätzen

Gemäss HWP sind insbesondere, sofern anwendbar, zumindest die Grundsätze wie die Bewertung von Vorräten und angefangenen Arbeiten, der Zeitpunkt und die Art der Erfassung von Geschäftsvorfällen als Umsatz bei komplexen Geschäftsmodellen sowie die Bewertung zu Marktpreisen und die Bestimmung von Schwankungsreserven offenzulegen.

Sofern nicht anwendbar, ist in Kleinstverhältnissen die Angabe ausreichend, dass die Jahresrechnung den schweizerischen Rechnungslegungsvorschriften entspricht.

Angaben, Aufschlüsselungen und Erläuterungen zu Positionen der Bilanz und Erfolgsrechnung

Der Gesetzgeber und das HWP präzisieren weder den Inhalt der erforderten Erläuterungen noch gibt es Informationen zu den verlangten Details. Der Gesetzgeber sieht lediglich vor, dass sämtliche Positionen erläutert werden müssen, sofern dies für die Beurteilung der Vermögens- und Finanzierungslage bzw. Ertragslage durch Dritte wesentlich oder aufgrund der Tätigkeit der Unternehmung üblich ist.

Es liegt somit im Ermessen des Prüfers, die Bilanz- und Erfolgsrechnungspositionen in Anlehnung an die ermittelte Wesentlichkeit offenzulegen. Eine vorgängige Absprache mit dem Kunden/Prüfer ist daher zu empfehlen.

Übrige vom Gesetz verlangte Angaben

(Diese sind in unserer Musterjahresrechnung bereits enthalten)

  • Gesamtbetrag der aufgelösten stillen Reserven (sofern wesentlich)
  • Abweichungen von der Annahme der Fortführung
  • Verwendete Umrechnungskurse
  • Aufgliederung von Forderungen/Verbindlichkeiten gegenüber Nahestehenden (sofern nicht in der Bilanz separat ausgewiesen)
  • Angaben zu den Schwankungsreserven
  • Firma, Name sowie Rechtsform des Unternehmens
  • Erklärung, ob die Anzahl Vollzeitstellen nicht über 10, über 50 oder über 250 liegt
  • Angaben zu Eventualverbindlichkeiten
  • Anzahl und den Wert von Beteiligungsrechten oder Optionen für alle Leitungs- und Verwaltungsorgane sowie Mitarbeitende
  • Erläuterung zu ausserordentlichen, einmaligen oder periodenfremden Positionen
  • Wesentliche Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Zusätzlich für grössere Gesellschaften (ordentlich geprüfte):

  • Angaben zu den Leistungen der Revisionsstelle aufgeschlüsselt in Honorar für Revisionsleistungen und für übrige Leistungen
  • Detaillierung der langfristigen Verbindlichkeiten, ob diese innerhalb 1 Jahres, innerhalb von 5 Jahren oder nach 5 Jahren fällig werden.

Fazit: Die Jahresrechnungen nach dem neuen Rechnungslegungsrecht werden aussagekräftiger ausfallen. Die Erstellung des Anhangs wird je nach Gesellschaft individueller sein, als in den Vorjahren.

Gerne helfe ich Ihnen bei Fragen zum Anhang unter dem neuen Rechnungslegungsrecht weiter. 

Quelle: Der Beitrag ist gestützt auf Informationen des Expert Focus 2015/12.

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