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Varianten beim Arbeitszeugnis und deren Bedeutung

Serie Arbeitsvertrag (4/4).
Welche Zeugnis-Art kommt in welcher Situation zum Zuge? Unsere Zusammenstellung gibt Aufschluss und bietet zudem nützliche Dokumente.

Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber jederzeit ein Arbeitszeugnis verlangen. Das Zeugnis gibt Auskunft über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses wie auch über die Leistung und das Verhalten des Mitarbeitenden.

Schlusszeugnis / Vollzeugnis am Ende des Arbeitsverhältnisses

Das Schlusszeugnis gibt Auskunft über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses, über die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers sowie über die Beendigungsgründe. Es muss vollständig, wahr, wohlwollend und charakteristisch für das zu bewertende Arbeitsverhältnis formuliert sein.

Achtung: Die Qualifikation bezieht sich ausschliesslich auf das Verhalten am Arbeitsplatz. Ausnahmsweise kann ein unrühmliches Verhalten in ein Arbeitszeugnis aufgenommen werden, wenn dieses auf das Arbeitsverhältnis einen grossen Einfluss hat, z.B. Alkoholprobleme usw.

Zwischenzeugnis / Interimszeugnis

Das Zwischenzeugnis gibt Auskunft über die Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses, über die Leistung und das Verhalten des Arbeitnehmers. In der Praxis wird es häufig dann verlangt, wenn eine innerbetriebliche Versetzung vorgenommen wird oder bei einem Wechsel der vorgesetzten Person. Mitarbeiter verlangen auch Zwischenzeugnisse, wenn im Betrieb keine Qualifikationen vorgenommen werden. Ansonsten gelten die gleichen Voraussetzungen, wie bei der Erstellung eines Vollzeugnisses.

Arbeitsbestätigung

Eine Arbeitsbestätigung wird nur auf Verlangen des Arbeitnehmers ausgestellt. Sie gibt lediglich Auskunft über die Dauer der Anstellung und die ausgeübte Funktion. Sie enthält keine Beurteilung der Leistung und des Verhaltens des Arbeitnehmers. Der Kündigungsgrund wird auch nicht erwähnt. Diese Bestätigung kommt vor allem bei sehr kurzen Arbeitsverhältnissen vor.

Lehrzeugnis

Der Lernende hat nach Beendigung der Ausbildung Anspruch darauf, dass ihm die Ausbildungsfirma ein Zeugnis ausstellt. Dieses Zeugnis hat sich über den erlernten Beruf und die Dauer der beruflichen Grundbildung auszusprechen. Wir empfehlen auch über die Leistung und das Verhalten des Lernenden auszusprechen.

Wie und was soll formuliert werden?

Es wird empfohlen das Zeugnis wohlwollend zu formulieren und sich klar und präzise zu Leistung und Verhalten zu äussern. Kritische Punkte dürfen durchaus berücksichtig werden. Zudem ist für zukünftige Arbeitgeber die Verwendung einer branchenüblichen Sprache vorteilhaft. Dadurch entsteht über die Fähigkeiten und Verhaltensweisen eines Arbeitnehmers ein objektives Bild.

Die Gerichtspraxis verlangt, dass ein Zeugnis frei von Geheimcodes ist. Somit erübrigt sich eine Schlussbemerkung, dass es sich um ein uncodiertes Zeugnis handelt.

Negativaussagen gehören nur in ein Zeugnis, wenn diese im Hinblick auf das gesamte Arbeitsverhältnis einen grossen Stellenwert eingenommen haben. Nicht zu erwähnen sind geringfügige Verfehlungen, die nicht charakteristisch waren. Wie z.B. temporärer Leistungsabfall, seltenes Zuspätkommen oder kleine Streitigkeiten am Arbeitsplatz.

Immer wieder stellt sich die Frage, ob Arbeitsunfähigkeiten im Arbeitszeugnis zu erwähnen sind. Einem Bundesgerichtsurteil zufolge müssen in einem qualifizierten Arbeitszeugnis auch negative Tatsachen erwähnt werden, soweit diese für die Gesamtbeurteilung der Leistung notwendig sind. Deshalb sind länger andauernde Krankheitsabsenzen, die im Verhältnis zur gesamten Anstellungsdauer ins Gewicht fallen würden, im Zeugnis zu erwähnen. Ebenfalls sind sie zu erwähnen, falls sie zur Kündigung geführt haben oder wegen der Dauer der Arbeitsunfähigkeit ein falsches Bild über die tatsächlich erworbene Berufspraxis und -erfahrung entstehen würde.

Die Verjährungsfrist beträgt 10 Jahre und läuft ab dem Zeitpunkt der Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Um Ihnen den Einstieg ins Erstellen eines Zeugnisses zu erleichtern, haben wir eine Sammlung von Textbausteinen für Zeugnissen erstellt. Zudem finden Sie in den Downloads eine Checkliste „für die Abschlusskontrolle eines Zeugnisses“.

 

Foto by Florian Klauer / Unsplash.com

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